Außer Murbrüchen, Hagelschlag und Überschwemmungen gab es immer wieder
besondere Wetter.
So reifte 1774 das Getreide nur zum Teil ab, weil die Schneeschmelze
verspätet eintrat und viel Regen und Kälte herrschte. Die Preise stiegen
stark an.
Ende Dezember 1788 fror der Inn vollständig zu, eine große Seltenheit.
1816 gab es einen kühlen und regenreichen Sommer. Es soll
nur sieben schöne Tage gegeben haben und oft bis ins Tal herabgeschneit
haben. Das Wachstum war daher gering und die Heu-, Getreide- und Obsternte
sehr schlecht. Die Preise für Nahrungsmittel stiegen sprunghaft in
die Höhe. 1Star (30Liter) Roggen (aus Ungarn) kostete 6Gulden,
das entsprach dem Jahreslohn einer Magd; 1Star Kartoffel 2Gulden
3Kreuzer (normaler Preis 16-18Kreuzer); 1Pfund Schweinefleisch
29Kreuzer und 1Pfund Butter 1Gulden. Eine gute und reichliche
Ernte im nächsten Jahr beendete diese schreckliche Not, von der die
Menschen noch jahrzehntelang sprachen.
Am 18.Mai 1878 trat ein ungewöhnlicher Schneefall ein; die Tennen waren leer, das Vieh mußte hungern.
Am 13.Juli 1890 legte sich der Schnee in den Gefilden knapp ober Inzing-Berg an.
Im Winter 1909 fiel bis anfangs März kein Schnee.
Unmengen von Schnee fielen anfangs 1916, am 28. und 29.Dezember 1919, Ende Dezember 1921 und 1923. Der 7.2.1924 bescherte uns soviel Schnee, daß die Eisenbahnzüge stecken blieben und Leitungen herabgerissen wurden.
Der Winter 1928/29 war ungewöhnlich kalt. Fast alle Wasserleitungen zu den Häusern waren zugefroren.
Extrem hohe Niederschlagsmengen im Dezember 1950 und Jänner 1951 führten zu großen Lawinenschäden im ganzen Lande.
Dagegen waren die Monate Dezember und Jänner im Olympiawinter 1963/64 die trockensten seit dem Bestehen des Meteorologischen Observatoriums in Innsbruck (1890). Die Winter 1903/04 und 1970/71 nehmen in der Reihe der schneearmen Monate Dezember und Jänner den zweiten Platz ein.
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